Von der Brust zur Flasche - Alkoholiker in sieben Tagen

(c) Klaus Eppele
(c) Klaus Eppele

Ich trinke. Das war nicht immer so.

 

Ich wollte Schriftsteller werden, mir fehlte nur eins: Der Hang zur Sucht. Ich rauchte nicht, trank nicht, nahm keine anderen Drogen, hatte Sex in Maßen (eher in zu geringen Maßen), aß gesund und trieb Sport.

 

Zunächst versuchte ich, dieses ausgewogene Leben exzessiv zu betreiben. Das gelang mir nicht, es langweilte mich.

 

Schriftsteller gehören zur Gattung der Künstler. Ein Künstler schnitt sich ein Ohr ab, machte Kunst aus Fäkalien oder spielte den Rock’n Roll auf der Bühne statt sich altersentsprechend in dafür eingerichteten Heimen aufzuhalten.

 

Ich wollte mir nichts abschneiden (höchstens die Hand, wenn das mit der Schriftstellerkarriere nichts wurde); mit der Verdauung hatte ich so meine Probleme, außerdem befand ich mich in der Mitte meines Lebens (wie öde), konnte weder singen noch ein Instrument spielen. Kurzfristig probierte ich es mit dem Rauchen. Künstlerisch nur Selbstgedrehte. Ich war zu ungeschickt: Unmengen Tabakkrümel verstopften die Computertastatur. Wutentbrannt (manchmal kann ich mich einfach nicht zügeln) demolierte ich die komplette Computeranlage. Danach kam das heulende Elend.

 

mehr lesen